Was nicht passt, wird passend gemacht (Meinung)

Erstaunlicher Irrtum der Psychiatrie ergibt sich durch ihren extremen Substanzmissbrauch. Fast ausnahmslos sind Patienten Süchtige, deren Sucht bis in die Unkenntlichkeit entstellt und verdeckt und verschlimmert wird. Danach ist der Patient ausreichend verwirrt. Dann erst kann die Psychiatrie ihre Systemherrschaft am willenlos gemachten Subjekt beginnen und den einzelnen dazu benutzen, für die Interessen der Institution zu leben. 

Das funktioniert genau deshalb, weil der Mensch beginnt, eine nach der anderen auf seine vorherigen Süchte zurückzufallen, sobald die alles dämpfenden Psychopharmaka reduziert oder weggelassen werden.

Warum und wie dramatisch das für jemanden ist, wird klar wenn wir uns jemanden vorstellen, dem nichts über seine Sucht erzählt wurde, dem nicht gesagt wurde, dass seine Sucht die Ursache seiner Probleme und seine Krankheit ausmacht, sondern für dessen Leid Phantasienamen aus der Trickkiste der Psychiatrie gegeben wurden.

So funktioniert leider unsere Gesellschaft, wir brauchen immer stärkere, wirkungsvollere Gifte um mit den wenigen Dingen fertig zu werden, die uns als Menschen ausmachen.

Dem liegt leider zugrunde, dass wir uns gegenseitig unsere Genesung nicht gönnen und uns gegenseitig therapieren möchten, anstatt uns auf uns selbst zu besinnen und Hilfe durch Selbsthilfe leisten.


Dabei bliebt häufig die einfache verbale Konfrontation mit Inhalten wie “Krankheit” und “Sucht” abstrakt.

Besonders abstrakt ist es in einer Therapie Menschen “Suchttyp” zu definieren, dennoch von einem Besuch der entsprechenden Selbsthilfegruppen abzuraten, wie durch klassische Ärztearroganz häufig geschieht.

Diese Erkenntnis mag Kreisen profitorientierter Ärzte und Therapeuten trotzen, dennoch sind Gruppen und andere auf Prinzipien des Mitgefühls basierende Communities das einzige, was Süchtigen dauerhaft hilft zu genesen. Dabei machen viele nebenher erfolgreich Therapien, um sich mit einzelnen, spezifischen Persönlichkeitsaspekten auseinanderzusetzen. Niemals habe ich gehört, dass Gruppenmitgliedern geraten wird,  Therapien zu vernachlässigen oder abzubrechen, um nur noch Hilfe durch die Schritte-Gruppen zu finden.


Noncompliance und Widerstand zur Therapie wird von solchen Fachleuten als “Krankheit” gewertet und es wird munter weiter therapiert. Ob auf das therapeutische Beziehungsangebot lediglich formal durch Anwesenheit, nicht aber nicht real reagiert wird, scheint nicht nur nichts auszumachen. Es entsteht der Eindruck, dass dies sogar erwünscht ist, dem eigenen Selbsthilfepotential der Patienten wird mit niederschmetternder Arroganz begegnet. 

Für Individualität ist schließlich kein Bedarf in der Industrie der Abhängigkeiten.

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