Veggieleben

für mich war vegetarier sein (annähernd vegan) seit meinem 14. ganz natürlich. in meiner familie waren alle frauen vegetarierinnen. dass die männlichen fleisch aßen, nahmen wir hin, ich hatte mit ihnen ohnehin nicht viel zu tun. später entwickelte sich mein leben aber durch den freundeskreis – ich kannte niemanden V – so, dass ich von vielen fleischesserInnen umgeben war. ich hatte nie bewusst den gedanken, dass ich mich von ihnen aufgrund meiner ernährung unterscheiden müsse. ich wünschte mir lediglich, dass sie vielleicht sehen, wie schön mein leben ist, wie schön mein essen ist und inspiriert werden. 
das geschah nie! drei monate lebte ich mit meiner damaligen besten freundin an der westküste von kanada. während ich täglich tofu, soyamilch, und smoothies und veggie aufschnitt kaufte, aß sie ominivor weiter… und ähnlich war es bei allen anderen freunden. mein leben war dadurch wirklich sehr kompliziert – denn meine ernährung machte einen großen teil von mir aus. ich verstand nicht, warum es trotz aller meiner bemühungen für eine freundschaft mit diesen menschen immer wieder zu fatalen missverständnissen kam, zu abwertungen meiner person, für die ich meiner ansicht nach wirklich nichts getan habe.

“du gehörst irgendwie nicht zu uns”
“wir können einfach nichts mit dir anfangen”

“du gehörst nicht zu meinen besten freunden”

“du bist so … anders, kompliziert, speziell, zu ernst…, …”

die anschuldigungen waren immer sehr ungerecht und kamen fast immer aus dem nichts, unerwartet und meist eher ohne Grund…

spätestens hier hätte mir auffallen müssen, dass das keine kommentare waren, denen ich überhaupt nur die geringste beachtung hätte schenken brauchen…

aber ich hatte es in meiner familie nicht anders gekannt, die anderen frauen hielten es auch sonst noch lieber mit den fleischessenden männern als mit mir (ich war stark auf der veganen seite, sie stark käse-ei-lastig!), …

die anderen taten so, als sei ich “die spielverderberin” – und meist erlebte ich diese etikettierungen und anschuldigungen so, als meinten diese menschen, dass ich es also gar nicht verdiente zu leben und freunde zu haben (sie waren meist meine einzigen freunde, oder familie die sich solchermaßen über mich äußerten… sie fühlten meine Freiheit, sie machte ihnen Angst.

ich lebte seit 1991 fast vegan, das war eine seltenheit und ich wusste damals noch nicht, dass dies solche Reaktionen bei anderen hervorrief. 

ich ahnte, sie fühlten, dass sie mir unterlegen waren und taten mir deshalb weh… aber ich konnte damit alleine nicht umgehen… echt schwere krisen begannen… ich wollte gerne zu meinen verwandten, die beide vegan-vegetarisch waren, aber es gelang mir nur, sie zu besuchen, und weil sie ja aber immer schon zu zweit waren, und auch nicht verstanden, wie ich zu “mitteln” greifen konnte… half mir schließlich nichts…

dies zieht sich noch immer durch mein leben… ich habe allerdings das gefühl, dass ich mir verdient habe, ein neues zu mir passendes Leben zu leben..

Ich war mehr “auf der Straße” als irgendwer in meinem Alter, während die jungen Menschen heute nur noch auf Facebook demonstrieren 

Ich habe noch wirklich mit den Leuten geredet, ihnen zugehört, die selbst nie und nimmer auf mich gehört haben und hören 

sie sind geistig taub und blind und merken nichts. 

ich glaube, dass 90% der menschen zu verstopft ist um die vegane botschaft zu begreifen. selbst enge famlienmitglieder, die zeugen meiner sehr schweren krisen waren, essen heute noch munter fleisch und wenn ich ihnen vids oder infos gebe, dann nicken sie bloß – jaja, aber sie ginge das ja nichts an, wie nach dem motto “die ist halt immer schon etwas anders

ich bin sehr froh, dass es inzwischen viele veganerInnen gibt…

wahrscheinlich sind viele von uns ähnliche wege gegangen… ich versuche das thema immer wieder mal zu “vergessen”, damit ich ab und zu auch atmen kann, aber es geht nicht ganz weg…

ich merke, egal was ich tue, und wie freundlich ich versuche zu menschen zu sein, die fleischesser sind, es läuft immer schief. ich versuche dankbar zu sein für ihre gesellschaft, aber am liebsten bin ich dann immer noch allein…

Weil ich mich mit im Kreis heutigen Generation der neu-Veganer auch einsam fühle, Ihr wisst nicht, wie es ist, in d n 90ern vegan zu sein und wie ein Alien behandelt zu werden. Schön-schirch. 😀

Ihr versteht nicht alles, was ich fühle…

ich habe oft Kummer um die kinder…

die heute noch eine un-vegane erziehung bekommen und nicht darauf vorbereitet werden, dass sie als fleischesser sehr viel leid auf diesem planeten erwartet. ich möchte täglich mehr tun, mehr bewirken. Aber auf meine Art, erwartet von mir nicht, dass ich beginne mehr vegane memes zu teilen, an deren Entstehung ich in den keimen mitgewirkt habe, und nun von einer Generation bequemen Facebook Usern für das Teilen dieser Botschaften auf Facebook abermals lächerlich und niedergemacht werde…

Das eine wichtige, aber sehr schwere aufgabe. hin und wieder bin ich einfach nur noch “gaga” im kopf, weil es so viel sinnlos ist… aber ich möchte Veganismus und vor allem die Rohkost-Gesundheit auf akademischem Niveau heben. Das kann ich. Wenn der große Geist es auch will.

ich möchte in die straßenbahn steigen und menschen sehen und nicht befremdlich starren (als wäre ich gar nicht da), weil ich die leute enorm anziehe, ich weiß einfach nur noch nicht, was ich ihnen sage…

(tattoos, aufkleber und so sind nicht so mein ding… das wirkt an mir nicht glaubwürdig, ich mag auch keine muster oder schrift an meiner kleidung, daran gewöhnen sich die Menschen, machen eine Marke daraus, oder irgendwelche Firmen benutzen es für Profit, indem sie zB. Produkte herstellen für Veganer.

Wenn ich manchen Veganen Gruppen oder Menschen zuhöre, kommt es mir vor, es dreht sich hauptsächlich darum, wie kann ich mein Leben nicht ändern und trotzdem Vegan sein, denn das ist gerade so “in” und genug grips habe ich, um es z begreifen, aber es soll bitte doc alles so bleiben wie es ist.

Und davon profitieren Soyawursthersteller usw. Ihr glaubt gar nicht, wie ungesund die Sachen sind. Nicht tödlich, wie Fleisch, aber auch nicht gesund. Aber tut es nur, solange ihr nichts besseres findet.. wie zum Beispiel frisches Gemüse und Früchte..

Und wenn ich sehe, wie die Menschen in diesen Foren jeder ein veganen Schnitzel und so weiter feiern, dann erinnere ich mich an meine veganen Jahre… ich habe auch mal diese Luxusprodukte gekauft, wenn ich Prüfungen hatte, aber sie waren nicht an der Tagesordnung. Ich ging zu den Menschen, beobachtete sie und wartete, bis ich mal etwas über Ernährung sagen konnte.

Ich hatte keine Memes und Slogans oder Community, lediglich meine eigene Erfahrung. Damals bestand meine Standard Mahlzeit aus Veggies und Reis oder Hirse. Als Snack Ass ich reiswaffeln mit Mandemuss und Reissirup. Das war teuer, aber ich kaufte mir sonst kaum Kleider oder Kosmetika. 

Ich war immer sehr erfolgreich auf der Uni, obwohl die mangelnden sozialen Kontakte meinen Weg erschweren, aber es war alles machbar. Dafür hatte ich mehr hobbies, klettern, kayak, Kunst, Literatur, ich war fast überall dabei…

Wer heute nicht Vegan ist, der jammert. Ihr könnt ja euer Schnitzel weiterhin haben, vegan, wem Eigeninitiative und Selbstversorgung noch nicht behagen…

Aber wer glaubt, dass er heute noch Fleisch essen “muss”, der macht aus meinem bisherigen Leben einen Witz. Keinen schönen. 

Einen Dummen.

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